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Protokolle eines Urlaubstages |
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Geschrieben von Phil
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Montag, 14. September 2009 |
Im Osten Deutschlands gibt es ein kleines, verschlafenes Städtchen. Doch auch dort leben Menschen. Im Folgenden stelle ich drei kurze Episoden vor, die sich genau so zugetragen haben. Die Namen sind von mir geändert worden, die Gesprächsprotokolle selbst sind unverändert gelassen.
Gesammelte Kleingartendialoge
Freitag, 21.08.2009 Görlitz an der Neiße, Kleingartenverein „Blumenaue“
Kurz vor 12 Uhr.
„Plonk“, ein Aufschlagen wie auf Metall, deutlich zu vernehmen. Die Frau im Nachbargarten fragt: Was war denn das? Ihr Mann, auch mit am Tisch, antwortet lachend: „Das war ein Appel, der hier reingefallen ist.“ Worum es sich bei „hier“ handelt, ist für mich nicht ersichtlich. Es ist jedoch zu vermuten, dass es sich dabei um etwas wie einen Topf oder Ähnliches handelt, dem Geräusch nach zu urteilen. Kurz darauf erhebt sich der Gartenfreund und begibt sich zum Gartentor. Als er zurückkommt und sich niederlässt, fragt ihn seine Frau, die Gartenfreundin, wo er denn den „Appel“ hin habe. „Jeder Apfel, der runterfällt, ist angefault. Den hab ich weggeworfen.“ „Den hätt’ ich noch gegessen!“ „Was? Das grüne Ding?!?“ Die Gartenfreundin steht auf, begibt sich zum Gartentor und beschwert sich: „Ja, den musst du doch nicht weghau’n, nur weil du keine Äpfel isst. [Unverständliches Geschimpfe]“ Mit einem kleinen grünen „Appel“ kommt sie zurück, setzt sich zu ihrem Mann an den Tisch, und beginnt, den Apfel zu zerteilen...
Freitag, 21.08.2009 KGV „Blumenaue“
Kurz nach 12 Uhr.
Am Eckgarten trifft Gartenfreund Lestenz ein. Man hört seine Stimme. Er beginnt, sich mit den Nachbarn zu unterhalten, die auch für die kommenden Tage meine Nachbarn sein werden. Viel ist nicht zu verstehen, lediglich, dass es um die Alltäglichkeiten des Lebens geht. Liebe? Nein, nicht mehr in diesem Alter – und nicht mit den Gartennachbarn, Gott bewahre! Gebrechen? Ja, auf jeden Fall! Eintausend Prozent! Gutes Thema! Diese Stadt lebt ja schließlich davon! Was dem Ruhrgebiet seine Steinkohle, ist Görlitz sein Klinikum. Doch worum geht es noch? Ich bekomme nicht alles mit, da ich mir gerade Instantkaffee zubereite. Es entgeht mir jedoch nicht alles. Lestenz fragt: „... ja, aber wo willst du dann die Grenze ziehen?“ Gemeinsame Gartenfreundin: „Na ist doch egal, die sollen alle was zahlen!“ Ihr Mann: „[Unverständlich] ... alle Reichen!“ Gemeinsame Freundin: „Nur ein Glück, dass ich nicht reich bin!“
Freitag, 21.08.2009 KGV „Blumenaue“
Etwa 30 Minuten nach Mittag.
Gartenfreund Lestenz: „Ihr wolltet doch heute zu Schlecker gehen.“ Gemeinsame Gartenfreundin: „Ja, waren wir auch.“ Lestenz: „Und, was habt ihr gekauft?“ Gartenfreundin: „Toilettenpapier war im Angebot. Davon ham wa was gekauft.“ Lestenz: „Ja, wir wollten ja auch gehen. Aber das haben wa dann verpasst.“ Gemeinsamer Gartenfreund: „Ja, da hättet’a auf’s Frühstück verzichten müssen.“ Lestenz: „Ja aber das wollt’n wa ja ooch nie. Wir wollten ja ooch schon ma’ wieder schön frühstücken.“ Gemeinsame Gartenfreundin: „Ja, aber sonst haben die auch schon ziemlich teure Preise, bei Schlecker. Da musste schon aufpassen. Das Küchenpapier kriegste ooch bei Netto bill’jer. Aber dafür war Persil im Angebot, die großen Flaschen. Statt 13,99 nur 6,99. Da hab ich mir gleich zwei mitgenommen. Eine umsonst wenigstens, weeßte?“ Gemeinsamer Gartenfreund: „Ja, aber das FIT is auch gut.“ Gemeinsame Gartenfreundin: „Ja, das FIT is ooch gut. War 69 Cent. Schon gut.“
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 14. September 2009 )
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