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Sich regen bringt Segen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Phil   
Dienstag, 21. Oktober 2008
Na, ob an dem Spruch was dran ist? Ich hab da so meine Zweifel.
Heute war Statistik. Statistik beginnt früh. Sehr früh. Und ich benötige den Statistikschein.
Und hier soll unsere Geschichte beginnen...

Ich wusste, dass ich raus musste. Es war 9:05 Uhr. Ich hatte meinen Wecker bereits eine halbe Stunde zurückgestellt. Eigentlich hatte ich 8:35 Uhr aufstehen wollen. Nicht zuletzt, weil ich mich kannte. Ich wusste, ich würde wenigstens eine Stunde brauchen, um halbwegs in die Gänge zu kommen.
Doch es war schwierig, bis 8:35 Uhr hätte ich erst knapp dreieinhalb Stunden geschlafen. Schon deshalb hatte ich, als ich um kurz nach 5 Uhr ins Bett gegangen war, eine halbe Stunde draufgeschlagen.

Doch nun fühlte es sich an, wie so oft: zu früh. Und so drehte ich mich wieder um. Den Wecker hatte ich mit einem Satz aus dem Bett ausgemacht und auf 9:35 Uhr gestellt. Viel später, so war mir klar, könnte ich nicht aufstehen, wenn ich pünktlich kommen wollte.

Ich hatte mich umgedreht und freute mich auf ein weiteres Achtel meines diesnächtigen Gesamtschlafes. Doch der ließ auf sich warten. Ich hatte keine Ahnung, warum. Doch schon nach einer Viertelstunde stand ich entnervt auf, machte den Wecker aus und begann, mich zu regen.

Die Uhr zeigte 9:20 Uhr. Welch unchristliche Zeit, so dachte ich mir, und auch, dass ich damit als Nichtchrist wohl würde leben müssen.

Mein erster Weg führte mich in die Küche. Ich kippte das abgestandene Wasser aus dem Wasserkocher weg, spülte ihn aus, wobei einige Kalkplättchen mit herauskamen, und füllte ihn mit frischem Wasser. Ich machte ihn an und dosierte meinen Kaffee in der Tasse.

Während der Kocher kochte, spielte ich am Radio herum, das in der Küche steht. Leider ohne Erfolg. Ich hörte nur ein unangenehmes Rauschen. Nachdem ich ein bisschen probiert hatte stellte ich fest, dass jemand an der Frequenz herumgespielt hatte. Ich stellte sie wieder auf fm und schon konnte man auch wieder Radio hören. Zufrieden wandte ich mich wieder dem Wasserkocher zu, dem ein starker Wasserdampfstrahl entwich. Mein Wasser war heiß.
Ich übergoss meinen Instantkaffee damit und schon duftete es in der Küche nach gutem, schwarzem Kaffee.

Ich verließ die Küche, kam in mein Zimmer zurück und zerstörte erstmal die Schwarzkaffee-Idylle mit einem kräftigen Schluck Milch. Hm... sehr gut so. Die Sonne schien mir zuzustimmen. Sie leuchtete in mein Zimmer und erhellte so auch mein müdes Gemüt.

Nach Kaffeegenuss, Dusche und Auf-den-Aufzug-Warten verließ ich meine Wohnung um 5 vor 10 Uhr. Eine gute Zeit, so dachte ich, und schwang mich auf mein Fahrrad. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was ich fünf Minuten später davon halten sollte.

Die Ampel schaltete auf Rot. Rot war nicht immer aussagekräftig, doch bei dieser Ampel würde ich immer darauf achten, und so bremste ich. Ich kam an der Kreuzung Adickesallee/Eckenheimer Landstraße zum Stehen. Es war ein herrlicher Tag! Der erste seit langem. Die Sonne schien und der Himmel war blau. Auch hatte ich das Gefühl, dass weniger Autos auf den Straßen unterwegs waren, mindestens in Nord-Süd-Richtung. Natürlich, es war nur ein Gefühl, doch es ließ mich seit einer Woche nicht mehr los. Offensichtlich hatte die neue Umweltzone auch einige positive Auswirkungen auf die Lebensqualität der Stadt.

Die Ampel schaltete wieder auf Grün und riss mich aus meinen Gedanken. Ich trat kräftig in die Pedale. Plötzlich ein Schlag. Ich war überrascht. Was war das? Es hatte sich angefühlt, als sei ich über einen Spalt im Pflaster gefahren. Das war merkwürdig. Noch während ich weiterrollte, auf die Deutsche Nationalbibliothek zu, schaute ich mich um und erblickte das Problem: Mein Hinterreifen war platt!

"Wie das?", fragte ich mich und fuhr entsetzt und entnervt auf den Gehsteig. Ich drehte das Rad ganz langsam weiter und dann sah ich das Problem: eine weiße Reißzwecke steckte etwas seitlich in meinem Reifen. "Na toll!", dachte ich. Die einzige Reißzwecke weit und breit und ich fahre sie mir ein! Zum K*****!
Egal. Jetzt war Krisenmanagement gefragt!

Und ich hatte Glück. Wenn man schon einen Platten hat, dann war das hier der wohl günstigste Ort für so etwas, den man sich überhaupt vorstellen kann.

Ich schob mein Fahrrad schnell an die Seite, zu einem der vielen Fahrradstellplätze der Bibliothek, und schloss es an. Anschließend hechtete ich über die Adickesallee zurück und zur Haltestelle der Buslinie 32. Auch hier hatte ich Glück. Der Bus würde gleich kommen. Ja, und da sah ich ihn auch schon! Gut so. Die Linie 32 fährt direkt über den Campus Bockenheim. Damit war die Situation für mich gerettet.

Während ich darüber nachdachte, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass man in einer Stadt wie Frankfurt in eine Reißzwecke hineinfährt, verrannen die Minuten.

Doch auch, als ich 10 Minuten nach Beginn meines Kurses den Hörsaal betrat, hatte ich noch keine Antwort auf diese Frage gefunden. Nun, wie dem auch sei, eine Antwort hatte ich nicht, ein Fahrrad auch nicht, dafür jedoch 10 Minuten Verspätung und zwei Fahrräder mit Platten im Keller.^^

Und die Antwort auf die Frage? Nun, die habe ich dann am Ende dieses Semesters. Sie dürfen gespannt sein!^^

Ihr Phil
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 21. Oktober 2008 )
 
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